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»Aus Wasserhähnen kommt ein Medikamenten-Cocktail« |
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Eine Information des deutschen Umweltbundesamtes
(Quelle: Rath Infoservice )
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Auch in geklärtem Wasser finde sich teilweise ein Cocktail
aus Arzneispuren, der über das Trinkwasser bis zum
Verbraucher gelangen könne. Bisher sei aber weitgehend
unbekannt, ob und wie sich dies auf Mensch und Natur auswirke.
Das Amt forderte, dass die Arzneihersteller Umweltrisiken
strenger prüfen müssen.
Als Beispiel nannte das Amt die Anti-Baby-Pille. Deren Hormone
würden wieder ausgeschieden und gelangten so in den
Wasserkreislauf. Auf Grund der Verkaufsdaten der Pille gingen
Experten davon aus, dass die Oberflächengewässer in
Deutschland mit 2 Mikrogramm pro Liter des Östrogens
17alpha-Ethinylestradiol belastet sind. Bereits 0,5 Mikrogramm
pro Liter führten bei Fischen zu Hormonstörungen:
Fischmännchen verweiblichten und bildeten Eidotter aus,
das Geschlechterverhältnis verschiebe sich und die Fische
bekämen weniger Nachwuchs.
Auch im Trinkwasser sei das Östrogen vereinzelt
nachgewiesen worden. Der Präsident des Umweltbundesamtes,
Andreas Troge, warnte davor, die Folgen der Arzneimittel auf
Mensch und Natur zu vernachlässigen. «Wir wollen ohne
jeden Alarmismus frühzeitig sagen, wo wir zukünftig
Probleme sehen.» Den Angaben zufolge wurden allein im Jahr 2000
in Deutschland etwa 29 000 Tonnen Humanarzneimittel-Wirkstoffe
verkauft.
Davon waren 7000 Tonnen synthetische Wirkstoffe. Dazu
kämen etwa 2320 Tonnen Tierarzneimittel. «Irgendwo bleibt
alles», sagte Troge. Vor allem in und in der Nähe von
Klärwerken seien zahlreiche Arzneiwirkstoffe etwa gegen
Epilepsie gefunden worden. Bei einer Berliner Kläranlage
wies das Amt Wirkstoffe von schleimlösende Hustenmitteln
sowie Tropfen gegen Pollenallergie nach. Deren Konzentration im
Wasser stieg in der Grippe- bzw. Heuschnupfenzeit deutlich an.
Das Umweltbundesamt ist seit kurzem auch dafür
zuständig, die Wirkung von Arzneien auf die Umwelt zu
prüfen. Troge kritisierte, dass bei Humanarzneien bisher
keine detaillierte Bewertung von Umweltrisiken vorgeschrieben
ist. Er forderte, von den Herstellern eine aussagekräftige
Umweltprüfung zu verlangen. Es gehe nicht an, dass
mögliche Gefahren für Umwelt und Mensch auf Kosten
der Steuerzahler erforscht würden.
Allerdings müsse den Herstellern ausreichend Zeit für
diese Untersuchungen gelassen werden. Es dürfe «niemand in
den Bankrott getrieben werden». Verhalten und Effekte von
Arzneien in der Umwelt seien weitgehend unbekannt, sagte Troge.
Viele dieser Wirkstoffe seien chemisch sehr stabil und
reicherten sich an. Gerade bei Hormonen gingen manche
Wissenschaftler zudem davon aus, dass kleine Dosen sogar
stärker wirkten als mittlere. Bei Einnahme würden die
Arzneistoffe im menschlichen Körper teilweise in
veränderte Wirkstoffe umgewandelt. Die Wirkung dieser so
genannten Metaboliten sei noch weniger bekannt als die der
Ursprungswirkstoffe
Anmerkung: Wie gut, daß es den Royal Aqua Wasserfilter gibt...
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